Nach der ersten Nacht sollte sich ein weiterer Vorteil des Platzes zeigen: himmlische Ruhe. Naja, “himmlisch” heißt in Bezug auf den Ring: Schlafen ohne Ohrstöpsel möglich.
Ich hatte mir für den Freitag ein heftiges Programm vorgenommen. Wer meine last.fm Playlist kennt, weiss, dass ich auf jeden Fall um 16 Uhr an der Alternastage sein musste… Doch zunächst die Herausforderung Bus-Shuttle. Ich bin um 14:15h los, musste ja schließlich Bus, Bändchenausgabe und Einlass einplanen. Der erste Bus fuhr mir gerade vor der Nase weg. Naja, ok, nicht direkt, angesichts der Menschentraube an der Haltestelle wäre ich da eh nicht mitgekommen. Also warten auf den nächsten Bus. Und Warten. 14:50h, nächster Bus, wieder nicht dabei. Hmm, sollten die wirklich nur alle 20 Minuten fahren? Ich hatte Seether schon fast abgeschrieben, doch dann das Wunder: drei Busse auf einmal! Und da das Ding eh proppenvoll war, wurden die anderen Haltestellen nicht mehr angefahren und es ging direkt zum Haupteingang. Die Bändchenausgabe war angenehm zügig und eine Schlange an der Einlasskontrolle gar nicht vorhanden. Auf dem Gelände um 15:58h, also noch schnell zur Alternastage.
Als ich gerade eintrudele starten Seether auch schon. Astreine Performance, angesichts leider nur von 30 Minuten Spielzeit haben sie sich keine Blöße gegeben. Es ist echt ‘ne Schande, dass sie nur einen derartigen Slot bekommen haben, ich hätte gerne mehr davon gesehen. Direkt im Anschluss bin ich rüber zur Centerstage, um den Rest von Gavin Rossdale mitzubekommen. Leider nur zwei langsame Lieder (die ich nicht kannte), dann allerdings altes Bush Material mit “Everything Zen” als Abschied. Nun war erstmal Wartezeit und Bierchen auf der Tribüne angesagt.
Zu Serj Tankian hab ich mich dann also aufgemacht, den Bereich vor der Bühne zu erstürmen. Naja, nicht den ganz vorne, sondern den dieses Jahr neu geschaffenen bis zu den P.A.-Türmen. War schon mit ziemlich Gedrängel verbunden. Aber es hat geklappt und ich bin mittig zwischen die beiden Türme, um nicht wieder potenziell schlechten Sound wie im letzten Jahr zu haben. Serj Tankian fand ich schon ziemlich gut, allerdings sicherlich nicht jedermanns Sache.
Anschließend wollte ich meinen guten Platz nicht aufgeben und habe mir Incubus angetan. Ich fand sie ja 2005 schon nicht sooo toll und das hat sich auch dieses Mal nicht gebessert. Langweilig. Inzwischen wurden wohl keine Leute mehr in diesen zweiten Innenraum reingelassen, so dass ein Wiedervereinigung mit meinen Fellow Ring Rockers dann nicht zustande kommen konnte.
Also musste ich mir auch Rage Against The Machine alleine ansehen. Naja, ok, nicht ganz alleine, es waren schon noch ein paar Tausend andere da.
Der Gig war der Hammer, ein Best-Of Set das richtig abging und für die Incubus-Wartezeit entschädigte.
Doch der Abend war selbst danach noch nicht zu Ende: rüber zur Alternastage, zu Motörhead, wo dann schließlich auch das Treffen mit den anderen zustande kam. Leider setzte während des Auftritts der Regen ein, der zum diesjährigen “Too Old For This Shit” Effekt führen sollte. Motörhead zu sehen war schon klasse, allerdings waren wir recht weit weg, so dass man den Großteil nur auf der Leinwand sehen konnte.
Während der Zugabe machten wir uns dann auch schon auf den Weg. Und waren an der Bushaltestelle erwartungsgemäß nicht die einzigen. Gefühlt eine Stunde haben wir auf einen Bus gewartet und durften den gebetsmühlenartig wiederholten Ansagen über die Abfahrtplätze der jeweiligen Linien lauschen. Dazu noch Regen und die körperliche Müdigkeit aus mehr als zehn Stunden auf dem Gelände. Als ich schließlich im Bus stand, war mir klar, dass dies mein letztes RaR war. Sollte es so bleiben?